{"id":695,"date":"2025-07-22T15:10:07","date_gmt":"2025-07-22T14:10:07","guid":{"rendered":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/?p=695"},"modified":"2025-07-26T07:45:01","modified_gmt":"2025-07-26T06:45:01","slug":"gleich-und-gleich-gesellt-sich-gern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/?p=695","title":{"rendered":"Gleich und gleich gesellt sich gern?"},"content":{"rendered":"\n<p>Heirateten die Emsdettener des 19. Jahrhunderts innerhalb oder au\u00dferhalb des Standes ihrer Herkunftsfamilien?<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Emsdetten vor dem Traualtar, Teil 4<\/h4>\n\n\n\n<p>Der vierte und letzte Teil der Analyse Emsdettener Heiratsregister des 19. Jahrhundert f\u00fchrt uns zum spannenden Thema des sozialen Standes der Heiratenden. Auch dies ist ein Feld, das eine datengest\u00fctzte Betrachtung verdient, weil im R\u00fcckblick allerlei Mythen kursieren, die sich teilweise sogar gegenseitig ausschlie\u00dfen. Ich werde im Folgenden den offensichtlichen Punkt au\u00dfer Acht lassen, dass ungeachtet des Standes jeder Mann Frauen gegen\u00fcber rechtlich privilegiert war.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Heutige Mythen<\/h4>\n\n\n\n<p>Die eine Erz\u00e4hlung lautet dahin, dass sich stets Angeh\u00f6rige des gleichen Standes, im Idealfall sogar des gleichen Berufsbildes untereinander heirateten, bei Bauern Kinder etwa gleich gro\u00dfer H\u00f6fe. In Emsdetten hat diese Version noch die spezielle Variante, die Kinder von Wannenmacher h\u00e4tten m\u00f6glichst untereinander geheiratet, um die Herstellungsgeheimnisse innerhalb eines eng begrenzten Zirkels zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die andere, gerade heute gern wiederholte Erz\u00e4hlung besagt, dass Frauen \u201enach oben\u201c heirateten. (Mit dem Umkehrschlu\u00df, dass M\u00e4nner im 21. Jahrhundert unfreiwillig solo blieben, weil Frauen mit hohen Bildungsabschl\u00fcssen diesem Handlungsschema treu blieben.) Tats\u00e4chlich liegt dieser zweiten Erz\u00e4hlung eine andere Fehlinterpretation zugrunde: Wie die Heiratsregister von St. Pankratius Emsdetten mit der gr\u00f6\u00dften Selbstverst\u00e4ndlichkeit darlegten, war in dieser patriachalischen Gesellschaft weniger der eigene berufliche Rang entscheidend f\u00fcr die gesellschaftliche Stellung gerade junger Menschen, sondern der des jeweiligen Vaters. Dies galt besonders f\u00fcr Frauen noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein, auch in der Selbstwahrnehmung. F\u00fcr M\u00e4nner, denen eine gr\u00f6\u00dfere Bandbreite m\u00f6glicher Lebensgestaltungen offen stand, war die Positionierung \u00fcber den Vater schon vor der Industrialisierung weniger eindeutig. Schlie\u00dflich hatte der Hoferbe gegen\u00fcber seinen Br\u00fcdern eine herausgehobene Position. 1912 tr\u00e4gt das Trauregister dem verschiedenen Blick auf M\u00e4nner und Frauen Rechnung, indem es f\u00fcr Br\u00e4utigame nicht mehr nur den Beruf des Vaters, sondern zus\u00e4tzlich den eigenen angibt. Hier lie\u00dfe sich eine getrennte Studie \u00fcber den Strukturwandel Emsdettens ankn\u00fcpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Blicken wir wieder auf das Fallbeispiel Emsdetten, haben wir das \u00fcbliche Bild steigender Zahlen und vielen F\u00e4llen von \u201eKeine Angabe\u201c f\u00fcr das Jahr 1912. Au\u00dferdem m\u00fcssen wir davon ausgehen, dass die Angaben in den Kirchenb\u00fcchern nur einen Teil der Lebenswirklichkeit widerspiegeln. Viele Familien bestritten ihren Lebensunterhalt aus einer Mischung verschiedener Arbeiten. Wirte und Handwerker mochten au\u00dferdem Handel betreiben, und Angeh\u00f6riger vieler Berufsgruppen waren zudem in der Landwirtschaft t\u00e4tig. Das diente h\u00e4ufig zur Selbstversorgung, aber auch als eine Pacht in Naturalien. F\u00fcr eine Analyse erschwerend kommt weiterhin hinzu, dass manche Angaben Interpretationsspielr\u00e4ume lassen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr einen \u00dcberblick \u00fcber alle V\u00e4ter habe ich die V\u00e4ter der Br\u00e4ute und der Br\u00e4utigame f\u00fcr eine erste Auswertung addiert. 1034 V\u00e4ter sind in den ausgewerteten Jahren von 1822 bis 1912 in die Statistik eingegangen. Von ihnen waren 127 ohne Angaben zum Stand, allein 57 1912! Um ein einigerma\u00dfen \u00fcbersichtliches Bild zu erhalten, habe ich die F\u00e4lle in Gruppen aufgeteilt. Im Bereich der Landwirtschaft sind dies zwei: Erstens die der \u201eColone\u201c also der Vollbauern, zu denen ich au\u00dferdem die \u201eNeubauern\u201c und \u201eAckersm\u00e4nner\u201c gez\u00e4hlt habe. Dazu geh\u00f6rten 103 V\u00e4ter, also ziemlich genau 10%, etwa ein Drittel so viele wie zur zweiten landwirtschaftlichen Gruppe, den unterb\u00e4uerlichen Schichten der K\u00f6tter, Heuerlinge und Tagel\u00f6hner (329 F\u00e4lle). Diese stellten die gr\u00f6\u00dfte Einzelgruppe dar, wobei unklar bleiben mu\u00df, wie viele von ihnen einem nicht-landwirtschaftlichen Nebenerwerb nachgingen, bzw. wie sich das&nbsp; Gesamtbild aller Erwerbst\u00e4tigen einer Familie zusammensetzte. In den F\u00e4llen, wo zwei Angaben gemacht wurde, unterstelle ich, da\u00df der jeweilige Pfarrer den im jeweiligen Fall wichtigeren Erwerbszweig als erstes nannte. Der Heuermann und Weber Bernard Naber, dessen Tochter Franziska 1862 heiratete, ist daher der unterb\u00e4uerlichen Schicht zugeordnet, w\u00e4hrend der Weber und K\u00f6tter Heinrich Krumbeck, dessen Tochter Gertrud im gleichen Jahre heiratete, hier im textilen Handwerk erscheint.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wer waren die V\u00e4ter?<\/h4>\n\n\n\n<p>Im Handwerk habe ich drei Gruppen gebildet: Das textile Heimgewerbe (Weber, Leineweber) mit 172 V\u00e4tern, die Wannenmacher (43 F\u00e4lle) und die Summe aller anderen Handwerker (117). Bei den Wannenmachern best\u00e4tigt sich das Bild von Colmer, wonach dieses Handwerk bereits im 18. Jahrhundert seinen H\u00f6hepunkt erlebt hatte und im Verlauf des 19. Jahrhunderts verglichen zu anderen Berufen zur Randerscheinung wurde. Eine gegenl\u00e4ufige Entwicklung nehmen erwartungsgem\u00e4\u00df die Fabrikarbeiter, zu deren Kategorie ich auch die Bezeichnungen \u201eArbeiter\u201c und \u201eBergmann\u201c gefa\u00dft habe. Sie stellen mit 63 V\u00e4tern schon deutlich weniger als andere vorgenannte Gruppen. Hier ist nat\u00fcrlich der zeitliche Verzug zu ber\u00fccksichtigen. Viele Brautleute, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts in den Fabriken arbeiteten, hatten Eltern, die noch in der Landwirtschaft oder der Heimweberei t\u00e4tig gewesen waren. So stammen fast alle Fabrikarbeiter-V\u00e4ter aus den beiden Stichprobenjahren vom Beginn des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Handel habe ich den Gro\u00df- vom Kleinhandel getrennt. Wie es der Biographie mehrerer hiesiger Unternehmerfamilien entspricht, geht der Gro\u00dfhandel in eine Kategorie mit \u201eUnternehmern\u201c und \u201eFabrikanten\u201c, zusammen 17 F\u00e4lle. Der Einzelhandel (\u201eKr\u00e4mer\u201c) hingegen bildet eine Kategorie mit den Wirten und verschiedenen anderen Dienstleitungen mit zusammen 27 V\u00e4tern. In acht F\u00e4llen gab es keine Angaben zum Vater, es ist statt dessen eine Mutter ohne Angabe zu ihrem Stand gelistet. Verschiedene Zweige des \u00f6ffentlichen Dienstes (Milit\u00e4r, Post, Eisenbahn, Beamte) stellen 25 V\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"422\" src=\"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/alle-VaeterBeruf-1024x422.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-697\" srcset=\"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/alle-VaeterBeruf-1024x422.jpg 1024w, https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/alle-VaeterBeruf-300x124.jpg 300w, https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/alle-VaeterBeruf-768x316.jpg 768w, https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/alle-VaeterBeruf-1536x633.jpg 1536w, https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/alle-VaeterBeruf.jpg 1854w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Anzahl derjenigen, die innerhalb des Standes der jeweiligen V\u00e4ter heirateten, bewegte sich zwischen 23 und 48 Prozent, \u00fcberschritt also niemals die H\u00e4lfte der Heiratenden. Dabei nahm die Entwicklung zun\u00e4chst ein sanftes U an, rutschte von 41,7% 1822 allm\u00e4hlich bis auf 23,3% 1852, um dann in den n\u00e4chsten drei\u00dfig Jahren allm\u00e4hlich wieder hochzuklettern. Ab 1892 finden wir aber deutlich gesunkene Werte, die sowohl 1902 wie 1912 bei etwa 27% liegen. Bei den Zahlen von 1912 ist wie immer die hohe Zahl der Unbekannten zu ber\u00fccksichtigen, die f\u00fcr die Zwecke dieser Auswertung mit zu den Heiraten au\u00dferhalb des eigenen Standes addiert wurden. Allgemein l\u00e4sst sich jedoch feststellen, dass die Heirat innerhalb des Standes der jeweiligen V\u00e4tern zwar ein h\u00e4ufiges Modell, aber doch keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"461\" src=\"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Endogamie-1024x461.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-698\" srcset=\"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Endogamie-1024x461.jpg 1024w, https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Endogamie-300x135.jpg 300w, https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Endogamie-768x346.jpg 768w, https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Endogamie.jpg 1066w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Blicken wir noch auf den lokalen Sonderfall der Wannenmacher. Insgesamt finden sich \u00fcber den ganzen Zeitraum nur 19 Br\u00e4utigame und 24 Br\u00e4ute, die einen Wannenmacher als Vater benannten. Von ihnen heirateten f\u00fcnf innerhalb des Standes, also selbst angesichts des schrumpfenden Berufszweiges keinesfalls ein Zeichen f\u00fcr ein exklusives Heiratsverhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt die zweite Frage des \u201eNach-oben-Heiratens\u201c. Die ist deutlich schwieriger zu beantworten, weil eben so viele der Heiratenden l\u00e4ndlichen und gewerblichen Unterschichten angeh\u00f6ren. F\u00fcr subtile Unterschiede in Status und Einkommensperspektiven innerhalb dieser Schicht ist die Quelle nicht geeignet. Soziale Hierarchien lassen sich insofern eher an den mittleren und oberen Schichten der Dorfgemeinschaft ablesen, wo die Fallzahlen aber f\u00fcr eine statistische Analyse zu gering sind. Hierbei m\u00fcssen wir, wie oben angedeutet, allerdings stets ber\u00fccksichtigen, dass insbesondere bei Bauern, abgeschw\u00e4cht auch in anderen Berufen, der \u00e4lteste Sohn und Erbe einen h\u00f6heren sozialen Rang hatte als j\u00fcngere S\u00f6hne. Die K\u00f6tterstochter Maria Rengers, die 1822 den Bauernsohn Gerard Brinkmann heiratete, mochte insofern tats\u00e4chlich oder nur scheinbar nach \u201eoben\u201c heiraten, je nachdem, ob Gerard ein Erbe war oder nicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Nach oben&#8220; heiraten blieb die Ausnahme<\/h4>\n\n\n\n<p>Insgesamt stammten 80 Brautv\u00e4ter aus dem Textilen Heimgewerbe, 161 aus unterb\u00e4uerlichen Schichten und 26 waren Fabrikarbeiter und \u00e4hnliches. Das sind mehr als die H\u00e4lfte aller F\u00e4lle, wobei anzunehmen ist, dass sich weitere Angeh\u00f6rige dieser Schicht unter den F\u00e4llen ohne Angabe verbergen, desgleichen bei den Br\u00e4uten, bei denen nur der Name der Mutter verzeichnet ist. Wie vielen der Br\u00e4ute gelang durch die Heirat ein gewisser sozialer Aufstieg?<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Viertel aller Br\u00e4ute, deren V\u00e4ter den genannten St\u00e4nden angeh\u00f6rten, heirateten einen Sohn aus diesen drei Gruppen. Den h\u00f6chsten Stand erreichte die Endogamie 1882 mit 91,7%, den geringsten 1822, die H\u00e4lfte bei einer insgesamt geringen Zahl von Heiraten. Aber wen heiratete das Viertel der Br\u00e4ute, die in andere Gruppen hineinheirateten? 16 von ihnen (6%) heirateten Bauerns\u00f6hne, allerdings keine in den Jahren 1862, 1872 und 1882. \u00dcbertroffen wurden sie von denjenigen 10,4%, die Handwerkers\u00f6hne heirateten. Das waren meist die S\u00f6hne von Zimmerleuten, Schneider, Schustern oder Holzschuhmachern. Eine Ausnahme war etwa die Tochter eines Fabrikarbeiters aus M\u00fcnster, die in Emsdetten einen Branntweinbrenner heiratete. Neue Berufsbilder wie die des Bahnw\u00e4rters, machen sich f\u00fcr Brautv\u00e4ter erst im fr\u00fchen 20. Jahrhundert bemerkbar.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"760\" src=\"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Vaeter-Arbeiterbraeute-1024x760.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-699\" srcset=\"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Vaeter-Arbeiterbraeute-1024x760.jpg 1024w, https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Vaeter-Arbeiterbraeute-300x223.jpg 300w, https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Vaeter-Arbeiterbraeute-768x570.jpg 768w, https:\/\/dachbodenschaetze.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Vaeter-Arbeiterbraeute.jpg 1250w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich sagen uns die Angaben \u00fcber die V\u00e4ter nichts dar\u00fcber, wohin der berufliche Lebensweg der S\u00f6hne f\u00fchrte. Die Auswertung des Heiratsalters hatte uns ja bereits gezeigt, dass die Heiratenden in der Regel bereits mitten im Berufsleben standen und sich im Zweifelsfall den wirtschaftlichen Ver\u00e4nderungen des 19. Jahrhunderts anzupassen hatten. F\u00fcr die Mehrheit der Emsdettener Br\u00e4ute jedoch stellte die Heirat selbst kein aussichtsreiches Mittel f\u00fcr ihren gesellschaftlichen Aufstieg dar.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schauen wir auf das obere Ende der gesellschaftlichen Hierarchie. Wen heirateten die S\u00f6hne der Gro\u00dfkaufleute und sp\u00e4ter Fabrikanten? Hier reden wir naturgem\u00e4\u00df \u00fcber eine sehr viel kleinere Personengruppe. Der erste war erst 1842 Hermann Heuveldobbe (!), der eine Kaufmannstochter aus Freckenhorst heiratete, also innerhalb seines Standes blieb. 1862 haben wir den bereits erw\u00e4hnten Branntweinbrenner Georg Sandmann, der aber ein Einzelfall bleibt. In den folgenden Jahrzehnten finden wir unter den Brautv\u00e4tern mehrere Kaufleute, einen Colon, einen Offizier, einen Lehrer und einen Juwelier. Ein Lehrer war f\u00fcr eine lokale Oberschicht selbst an einem Ort wie Emsdetten eigentlich nur dann standesgem\u00e4\u00df, wenn es sich um einen akademisch ausgebildeten \u201eOberlehrer\u201c handelte. Dazu gibt das Trauregister keine Auskunft. In der Regel blieben jedoch vor dem Traualtar die Standesschranken intakt.<\/p>\n\n\n\n<p><em><span style=\"text-decoration: underline;\">Quellen:<\/span><br>Verzeichni\u00df der Aufgebotenen und Getrauten in der Pfarre Emsdetten, anfangend vom ersten Januar des Jahres tausendachthundert zwey und zwanzig \/:1822:\/ , Jos. V\u00f6lcker,<br>abgerufen \u00fcber: matricula-online.de Emsdetten, St. Pankratius KB 009 Heiraten 1822-1847<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Verzeichnis der Aufgebotenen und Getrauten in der Pfarre Emsdetten, anfangend vom 18. Januar 1848, abgerufen \u00fcber matricula-online.eu\/de\/deutschland\/muenster\/emsdetten-st-pankratius, KB012 Heiraten 1848-1884<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Verzeichni\u00df der Aufgebotenen und Getrauten in der Pfarre Emsdetten, anfangend vom Jahre 1885 (bis 1914), abgerufen \u00fcber: <a href=\"http:\/\/matricula-online.eu\/de\/deutschland\/muenster\/emsdetten-st-pankratius\">matricula-online.eu\/de\/deutschland\/muenster\/emsdetten-st-pankratius<\/a> KB 017<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Emsdettens Brautleute heirateten nicht unbedingt in die Berufsgruppen ihrer V\u00e4ter, blieben aber in ihrer sozialen Schicht.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":696,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"iawp_total_views":42,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[46,8,45],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/695"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=695"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/695\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":705,"href":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/695\/revisions\/705"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/696"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=695"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=695"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dachbodenschaetze.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=695"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}